Niemandsland

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Ich weiß nicht, woher der Sturm kam, der mir die Sinne lähmte. Ich weiß nicht, was der Grund ist für das, was vom Leben übrig blieb. Ich weiß, es muß etwas mit Dir zu tun haben. Was genau, keine Ahnung.

Irgendwann warst Du da, ich sah Dich, und nahm gerade noch ein leises Klicken wahr, das in meinem Kopf geboren wurde, der noch immer blutet von all den Steinen, für die er am Ende doch nicht hart genug war.

Seit diesem Moment bist Du da drin, ich krieg Dich nicht raus, egal, was ich auch versucht habe. Ich hab´ versucht, Dich fortzutrinken, doch mit jedem Erwachen war Dein Bild schärfer. Ich hab´ versucht, andere Bilder über das Deine zu legen, doch die sind schnell verblaßt, und Du warst wieder da. Ich hab´ versucht, fortzulaufen, doch wohin ich ging, Du warst schon dort. Ich hab´ versucht, Dich einfach zu vergessen. Wie infantil, wenn der Gedanke an Dich doch allgegenwärtig ist. Ich dachte, vielleicht, wenn ich mich töte, dann bist Du da raus. Doch wie soll ich mich töten, wenn doch Du es bist, für die ich lebe? Ich war mir sicher, wenn ich Dich hasse, dann kriege ich Dich da weg. Aber wie sollte ich hassen, was mir mehr bedeutet, als ich in Worte fassen könnte?

Klick, klick, klick, Du bist noch da, so alt wie ich ist diese Sehnsucht. Nie zu enden scheindender Schmerz über den Verlust Deiner. Der Preis spielt längst schon keine Rolle mehr, ich zahle sowieso. Denn da ist dieser Teil von mir, den ich verzweifelt suche, obwohl ich ihn vor Jahren fand. Mag sein, ich hab´ uns unterschätzt, gedacht, Deine Rolle wäre kleiner und ich könnte ohne Dich auskommen.

Vielleicht war ich auch einfach viel zu sehr Stein, Deine Liebe spüren zu können. Vielleicht war ich auch einfach zu blind, Dein Lächeln zu sehen. Vielleicht warst Du aber auch einfach viel zu weit weg, als daß ich Deine Hand hätte erreichen können, zu kalt, als daß ich hätte auftauen können. Vielleicht war es auch nichts von alldem.

Sicher ist nur, Du bist fort, nur nicht aus meinem Kopf.